Reden und Handeln: Was es bedeutet, Anti-Rassist zu sein

Seinen Worten Taten folgen lassen. So lautet die Handlungsmaxime der Gruppe "Diversity and Inclusion" in der Commerzbank in New York. Ihr geht es darum, die Sensibilität für rassistische Verhaltensweisen zu schärfen und das Engagement für Antirassismus und Diversity zu stärken.

DRIVE – So fing es an

Bereits 2017 ernannte John Geremia, CEO und Regional Board Member der Commerzbank North America, Susan Panzer, Head of Internal Audit North America, zur Leiterin eines neu geschaffenen Diversity and Inclusion-Mitarbeiterkomitees. Geremia stellte damals fest: "Diversity am Arbeitsplatz ist ein Thema, das uns alle angeht. Wir bei der Commerzbank wollen für alle Talente einen Raum schaffen, in dem sie sich willkommen und unterstützt fühlen und ihre beste Arbeit leisten können.“

Das Komitee wurde von seinen Mitgliedern "DRIVE" genannt. Hauptaufgabe von DRIVE (Diversity, Recognition, Inclusion, Value and Empowerment) ist es, Vielfalt, Anerkennung, Miteinander, Wertschätzung und Befähigung zu fördern. Mit viel Zuspruch organisiert DRIVE zahlreiche Veranstaltungen, die alle Aspekte der Vielfalt berücksichtigten. Dazu gehört Mehrgenerationenarbeit im Büro, Multikulturalismus, muslimisches Erbe, Geschlechterfragen, die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen genauso wie die Anerkennung und Feier des Black History Month, der in den USA im Februar gefeiert wird.

„Schweigen war keine Option“

Am 25. Mai 2020 wurde George Floyd in Minneapolis getötet, als er verhaftet wurde, weil er angeblich einen gefälschten Geldschein benutzt hatte. Floyds Tod löste eine globale Bewegung aus und führte zu Protesten und Demonstrationen auf der ganzen Welt, in mehreren US-Städten und sogar direkt vor dem Büro der Niederlassung der Commerzbank in New York. Panzer erklärte: „Dieser Moment war ein Wendepunkt für DRIVE. In den darauffolgenden Tagen verstärkte sich für uns das Gefühl der Dringlichkeit, zu handeln. Wir wollten und mussten aktiv werden. Schweigen war keine Option. Wir fühlten nicht nur eine Verantwortung, sondern eine Verpflichtung, die Diskussion über Rassismus und Vorurteile voranzutreiben."

Eine neue Richtung

Kurz nach der Tragödie startete DRIVE eine Umfrage unter allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in New York. Es ging um die Frage, wie das Komitee Themen zur Förderung der Gerechtigkeit und Chancengleichheit für rassistisch diskriminierte Personen behandeln sollte. Mit überwältigender Mehrheit sprachen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für weitere Initiativen aus. Das nahm DRIVE zum Anlass, ein Seminar zum Thema "Managing Unconscious Bias in the Workplace" zu organisieren. Die Teilnehmer nahmen sich dabei des sogenannten "MicroMessaging" an. Darunter versteht man, Dinge unterschwellig durch Blicke, Gesten und den Tonfall der Stimme zu vermitteln.

Gemeinsam kamen die Teilnehmer zu dem Ergebnis, dass es sehr wichtig ist, das Bewusstsein für unbewusste Vorurteile zu schärfen. Denn sie verleiten uns dazu, uns gegenüber bestimmten Personengruppen anders zu verhalten. Im Anschluss an diese Veranstaltung wurde der DRIVE Book Club ins Leben gerufen. Das erste Buch, das die Mitglieder gemeinsam lasen, war "How to be an Anti-Racist" von Ibram Kendi. Der Buchclub traf sich mehrmals während der Sommermonate und diskutierte ausführlich über die Bedeutung von Kendis Worten, "den grundlegenden Kampf, in dem wir alle stehen, den Kampf, ganz Mensch zu sein und zu sehen, dass andere ganz Mensch sind." Es folgte eine einmonatige "Black History Trivia"-Reihe – eine Art Wissenswettbewerb über den hohen Beitrag von People of Color zu Kunst, Wissenschaft und Industrie mit Preisen, die das lokale Management stiftete. Höhepunkt der Veranstaltungen war eine virtuelle Black-History-Month-Quiz-Nacht für alle Kolleginnen und Kollegen.

Kontinuierliches Engagement

Ziel von DRIVE ist es, die Kolleginnen und Kollegen zu inspirieren, sich kontinuierlich für Gerechtigkeit und Chancengleichheit für rassistisch diskriminierte Personen und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Dafür macht sich das Komitee mit seiner ganzen Kraft stark. Rohan Christie, Mitglied des DRIVE-Komitees, sagt: "Es ist wichtig, die Kultur und ihr Erbe zu feiern und aktuelle Themen zu diskutieren. Dabei müssen wir uns aber immer bewusst machen, dass unser Engagement gegen Rassismus nicht nur einen Monat im Jahr stattfindet und auch nicht auf eine bestimmte Ethnie beschränkt ist. Die Haltung, ein Antirassist zu sein, erfordert eine ständige Dialogbereitschaft und Mut. Setzen Sie sich für Ihre Kolleginnen und Kollegen und Freunde ein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute oft nach ganz offensichtlich rassistischen Anzeichen suchen. Zum Beispiel, wenn jemand absichtlich benachteiligt oder gar aktiv verfolgt wird. Natürlich passieren diese Dinge immer noch. Aber manchmal muss man genauer hinsehen, um die weniger offensichtlichen Anzeichen für rassistisches Verhalten oder Voreingenommenheit zu erkennen und entsprechend zu handeln. Das gilt ganz besonders für das eigene Verhalten.“

Black History Month

ist ein jährlicher Feiertag, der seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten hat, wo er auch als African-American History Month bekannt ist. Er wurde von den Regierungen der Vereinigten Staaten und Kanadas offiziell anerkannt und wird seit kurzem auch in Irland, den Niederlanden und Großbritannien begangen. Er begann als eine Möglichkeit, sich an Menschen und Ereignissen in der Geschichte der afrikanischen Diaspora zu erinnern. Der Black History Month wird im Februar in den Vereinigten Staaten und Kanada gefeiert.

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