Hilfe in stürmischen Zeiten

Helfen, dort wo es am nötigsten ist: Das bewegte Orfeo Maus, als er die Berichterstattung über proppenvolle Krankenhäuser sah. Er erinnerte sich an die erfüllende Arbeit als Rettungssanitäter und bot seine Hilfe an. Seitdem unterstützt er direkt an der Front in einer Krankenhaus-Notaufnahme.

Die Bilder aus italienischen Krankenhäusern gingen um die Welt. Damals, als Corona wie ein Hurrikan über Ärzten und Pflegepersonal hereinbrach. Seitdem hält die Pandemie die ganze Welt in Atem. Das alles sah auch Orfeo Maus, Gruppenleiter im Firmenkunden-Service in München, und beschloss, sich selbst zu engagieren. „Mir ließ das keine Ruhe – ich wollte gern meinen Teil beitragen, um hier vor Ort die Situation zu verbessern. Als Rettungssanitäter habe ich im Zivildienst und beim Bayerischen Roten Kreuz Erfahrung gesammelt. Die wollte ich nun anbieten, auch wenn das schon 25 Jahre her war“, sagt der engagierte Commerzbanker. Daher ging er direkt auf eine Organisation für häusliche Dienste und zwei nahe liegende Krankenhäuser zu und bot seine Unterstützung an.

Geduldsprobe mit positivem Ausgang

Nach kurzer Recherche kam heraus: Aufgrund der Prozesse in den Krankenhäusern konnte er nur über eine tatsächliche Anstellung aushelfen. Also bewarb sich Orfeo Maus nach Rücksprache mit seinem Chef offiziell bei den Häusern – und brauchte erstmal viel Geduld. Ein Haus lehnte ab, die zweite Bewerbung verlief im Sand. „Erst war ich etwas enttäuscht, in meinem Tatendrang ausgebremst worden zu sein“, sagt Orfeo Maus. Doch Mitte November kam dann unerwartet nochmal Schwung in die Sache: Eines der Krankenhäuser fragte nach, ob er immer noch zur Verfügung stünde. „Ich war froh, dass die Bank so flexibel war – so konnte ich schon zwei Wochen später zu meinem ersten Dienst antreten“, sagt Maus weiter.

Einsatz als Krisenhelfer

Seitdem unterstützt er in einem außerhalb der eigentlichen Notaufnahme aufgestellten Container bei der Versorgung von Notfallpatienten, die mögliche Coronasymptome wie Fieber, Husten oder Übelkeit zeigen. Dazu gehören auch Patienten, die unter Quarantäne stehen – oder solche, die eigentlich wegen eines ganz anderen Problemes gekommen sind. Damit das mit seiner Vollzeitstelle in der Bank klappt, hat er vorwiegend am Wochenende Dienst. Insgesamt arbeitet er im Schnitt vier Tage pro Monat. „Die neuen Kollegen haben mich von Anfang an voll in das Notaufnahme-Team integriert. Teilweise war es schon etwas komisch, wenn mich manche Ärzte unter der Schutzausrüstung für einen voll ausgebildeten Pfleger gehalten haben. Umso schöner war es, dass mir alle Kollegen viel Geduld und Vertrauen entgegengebracht haben, wenn ich mich dann als Krisenhelfer 'geoutet‘ habe“, erinnert sich Orfeo Maus.

Keine Berührungsängste

Seine Vorkenntnisse aus dem Rettungsdienst lagen da zwar schon Jahre zurück, erwiesen sich aber trotzdem als hilfreich: „Einer der Pfleger sagte zu mir: 'Nadeln legen* ist wie Fahrrad fahren, das verlernt man nicht‘“, erzählt Maus augenzwinkernd. Daher darf Maus beim EKG schreiben, Blutdruck messen, Blut abnehmen oder eben Infusionen legen helfen – oder die Arbeiten sogar selbst durchführen. Nicht zu vergessen natürlich: Fieber messen und die Covid-19-Abstriche für die Corona-Tests abnehmen. Darüber hinaus zählen auch Material auffüllen oder mal eine Hand halten zu seinen Aufgaben. Berührungsängste hat er dank der Schutzausrüstung jedenfalls nicht, wie er sagt.

Nicht nur in stürmischen Zeiten

Ob man Orfeo Maus demnächst nur noch im Krankenhaus antrifft? Er schmunzelt und sagt: „Ich finde gerade die Balance aus beiden Tätigkeiten spannend. Hier in der Bank weiß ich meistens, was mich erwartet und kann meine Arbeit deutlich besser planen. Das ist in der Notaufnahme ganz anders. Da weiß man nie, ob gleich drei, vier Patienten auf einmal kommen oder mal stundenlang gar keiner. Außerdem: in meinem Job als Führungskraft geht es ja irgendwie auch um 'Pflege‘ – nämlich die meines tollen Teams.“ Doch für die befristete Nebentätigkeit will er gern in die Verlängerung gehen, um weiter zu helfen – nicht nur in stürmischen Zeiten.

[*Anm.: Gemeint ist damit das Legen eines venösen Zugangs, z.B. für eine Infusion.]

Nebentätigkeit

Eine Nebentätigkeit muss der Bank angezeigt werden. Die Bank bestätigt die Aufnahme der Nebentätigkeit, wenn sie nicht mit den Interessen der Bank konkurriert, die Arbeitsleistung nicht leidet und der Mitarbeiter die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten einhält. Mehr Infos dazu stehen im Comnet.

Hören Sie in den Audio-Doc vom 4. Februar 2021 rein

Aufgrund seiner Nebentätigkeit im Krankenhaus konnte sich Orfeo Maus vermutlich als einer der ersten Bankmitarbeiter gegen Covid-19 impfen lassen. Im Gespräch mit Dr. Drees berichtet er über seine Erfahrung mit der Impfung.

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Orfeo Maus hier im Krankenhaus-Dienst: Vor einer Ansteckung schützt ihn die umfangreiche Arbeitskleidung. Foto: privat
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Corona zum Anfassen: kreatives Ergebnis eines Krankenhaus-Kollegen, das für gute Stimmung sorgt. Foto: privat
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